Husumer Windkraftanlagen retten Werftstandort
Windanlagenbauer Jacobs rettet HSW-Windkraft

Im Dezember 1999 wurde vom Amtsgericht in Husum das Insolvenzverfahren gegen die Husumer Schiffswerft eröffnet. Damit standen 230 Arbeitnehmer der Traditionswerft vor der Arbeitslosigkeit. Die HSW hatte Ende der 80er Jahre mit der Entwicklung und Herstellung von Windkraftanlagen begonnen. Besonders der Betriebsrat setzte sich fr den Aufbau eines zweiten Standbeins ein. Das war eine richtige Entscheidung, gerade weil die Gesch„ftsfhrung immer nur den Schiffbau sah und die Windkraft nur nebenbei betrieb.

Im Januar 2000 stieg die Fa. Jacobs Energie GmbH aus Heide bei HSW ein, bernahm zun„chst die Windenergiesparte von HSW mit 30 Mitarbeitern und die 100 Meter lange und 30 Meter breite Halle. 60 Schiffbauer konnten bei der NOI Rotortechnik GmbH weiterbeschäftigt werden mit der Reparatur von Rotorbl„ttern auf dem Werftgelände. Der Schiffsreparaturbetrieb wird inzwischen mit 30 Mitarbeitern weitergefhrt, bernommen von der Kröger-Werft aus Rendsburg.

Fa. Jacobs verlegte seine Entwicklung und Fertigung komplett nach Husum. Mit 2,5 Mio. DM wurde die Schiffbauhalle vollständig saniert. Auch die Sanitäreinrichtungen und die Aufenthaltsräume der Belegschaft wurden völlig neu gestaltet und sind von hoher Qualität, für einen Werftstandort sehr ungewöhnlich. Ansonsten hätte in Heide eine neue Montagehalle gebaut werden müssen. Jacobs hatte selbst ca. 60 Arbeitnehmer in Heide und eine tolle Expansion hinter sich. Windkraftanlagen von Jacobs werden nach Griechenland, Spanien, Trkei, China und sogar nach Japan exportiert. In Husum hat Jacobs Ende 2000 nun 130 Beschäftigte mit steigender Tendenz. Der Produktionsstandort direkt an der Nordseekste mit eigenen Kaianlagen und ist fr die Exportgeschäfte goldrichtig.

Ein Problem war die Entlohnung, da die Arbeiter der Husumer Schiffswerft ca. 20% mehr verdienten als die Windmühlenbauer von Fa. Jacobs. Mit der IG Metall Rendsburg wurde aber zügig ein Haustarifvertrag abgeschlossen, der alle Interessen ausgleichen konnte.

Jacobs Energie beteiligt sich an einem Konsortium, das Off-shore Windparks in der Nord- und Ostsee errichten will. Es geht dabei um groáe Parks mit bis zu 1.000 MW Kapazität. Jacobs hat bislang 1,5 MW-Anlagen gebaut, dafür liegen Aufträge für 80 Anlagen vor. Fr Off-shore ist an Windkraftanlagen mit 5 MW Kapazität gedacht, die nun entwickelt werden mssen. Mit Off-shore Windparks, die die ber dem Meer höheren Windgeschwindigkeiten nutzen, kann die erneuerbare Energie einen großen Sprung nach vorn machen und tatsächlich große konventionelle Kraftwerke ersetzen.

Fa. Jacobs Energie GmbH und dem neuen Standort kann nur viel Erfolg gewünscht werden. Im strukturschwachen Nord-Friesland können so qualifizierte Arbeitsplätze gesichert und neu geschaffen werden und das mit zukunftsträchtigen Produkten und großen Wachstumschancen.

Lutz Oschmann
Förderverein Neue Produktion e.V.

Neue Jacobs/HSW-Halle in Husum, Orig.Bild=380KB

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